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Mittwoch, 18. November 2009
Gestern im Centraltheater
Von inchsblog, 12:31

Das Highlight einer Nacht des Postostpunk, 15 years after die Auferstehung für eine Nacht.
Fetter, Älter. Besser.
"Auf der Schwelle in die Ewigkeit, an der Pforte zum Licht wird man Dich nach dem Sinn Deiner Reise fragen. Während Du Dich umdrehst, wirst Du es vergessen haben - nur Dein letzter Film leuchtet in der Ferne und Du willst nicht glauben, was Du getan hast! Erst wenn die schwarze Kugel in den Schacht der Unendlichkeit gefallen ist, wird es zu spät sein, um festzustellen das es der falsche war! Erst auf der Schwelle in die Ewigkeit, wird es zu spät sein, das Spiel von vorn zu beginnen. Auf der Schwelle zum Licht siehst Du den Ozean der Tausenden - Du wirst Dich umdrehen und den Sinn vergessen haben...".
Ein Blick zurück:
Tommys Fall

FREUNDE DER ITALIENISCHEN OPER | MySpace Video

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Sonntag, 08. November 2009
Schweinegrippe vs. Kultur
Von inchsblog, 20:09

Mit dem Herbst beginnt in Leipzig wieder die Konzertsaison. Nach der langen, langen Sommerpause öffnen die diversen Clubs wieder die Tore. Obwohl viele Veranstalter vielleicht in diesem Winter etwas vorsichtiger sind. Letztens erzählte mir ein alter Freund und Chef eines Szeneclubs, dass er schon ein bißchen Angst vor der Schweinegrippe hat. Also nicht davor, dass sie tatsächlich ausbricht, sondern eher vor der Hysterie, die die Leute vielleicht davon abhält, sich in vollgestopften Clubs dem bösen Virus auszusetzen. Ein tatsächlicher Ausbruch hätte natürlich diesselben Folgen. Deshalb könnte es diesen Herbst/Winter etwas dünn aussehen mit Leipzigs Clubszene. Er setzt jedenfalls auf altbewährte Sachen, wo ihm das Stammpublikum gewiss ist. Hat ihn auch nicht im Stich gelassen. Bei Kultur Shock. An einem Montag. Frontmann Gino war selber erstaunt, dass so viele gekommen waren. In Deutschland! Kultur Shock war zwar schon zum 6. Mal in der Stadt, aber noch nie an einem Montag. Nachdem die multinationale Truppe uns mit ihrem Balkan brass gipsy punk ordentlich eingeheizt hatte, haben sie dann vor lauter Rührung noch als allerletzte Zugabe a capello gesungen. Da, und nur da, wurde auch brav nicht gepogt oder sonstwie getanzt.
In Mc Cormack's Ballroom steppt der Bär auch wieder. Mit Ballroom Bash, Swing, Rocksteady und Ska. Gestern und Vorgestern wurde ordentlich 3. Geburtstag gefeiert... und es war rammelvoll.
Von wegen Schweinegrippe

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Mittwoch, 04. November 2009
Abklettern und Abgesang
Von inchsblog, 14:58

Die besten Abende sind die ungeplanten. Die besten Fêten die, wo man eigentlich nicht hinwollte.
Beim alljährlichen Abklettern (offizielles Ende der Freiklettersaison) hatten wir uns nicht nur beim Klettern den Arsch abgefroren, wir haben uns danach auch noch zum Aufwärmen auf den Fresitz auf dem Pfaffenstein gesetzt. (Frag mich einer warum wir nicht IN der Kneipe waren - wahrscheinlich weil noch kein Schnee lag.)
So durchgefroren freut man sich auf jede Form der Wärme, ob sie nun aus dem Ofen auf der Hütte kommt, vom Wein, oder der heißen Pasta. Bei gezählten 38 Leuten läßt sich's auch gut kuscheln, und warum nicht die Gunst der Stunde nutzen, und das Herz mit Liedern erwärmen?  Wer weiß, wann wir wieder mal so zahlreich zusammenkommen. Also werden die Urlaubsfotos auf später vertagt und ein BEGBALLADENLIEDERABEND beschlossen.
Bergsteigerlieder!!!!
Das sind die, wo es um
Heldenmut geht,
Kameradschaft,
luftige Höhen
steile Wände,
die Sehnsucht in Dir
Freiheitsliebe,
und wenn schon nicht gestorben wird, dann wird der Tod doch verachtet.
Frauen kommen auch vor, meistens als dumme Dinger.
Die Heimat ist schön, frei oder in Gefahr, grenzenlos und von lodernden Feuern bestückt.
Bergsteigerlieder stammen vermutlich alle aus der Zeit vor 1930.
Sie sind heroisch und ein bißchen frauenfeindlich.
Macht nix, wir singen sie trotzdem mit.
Mit  gleicher Inbrunst und Augenzwinkern wie unsere Männer.
Immer ein bißchen falsch in der Melodie und im Takt
Dafür mit Pathos.
Dabei überkommt uns eine Mischung aus Ehrfurcht vor den Altvorderen (denn Helden waren die damals schon. Haben wir nicht heute wieder vor einer nahezu glatten Wand gestanden und uns gefragt, wie die Erstbegeher da rauf gekommen sind, nach Sächsischen Regeln und ohne das heutige KnowHow?) und Heiterkeitsanfällen (die Zeiten, wo Bergsteiger Heroen waren, sind nunmal vorbei). Manchmal gerät ein Liebeslied zum Marsch und zu manchem ehrfürchtigen Heimatlied darf auch mal geschunkelt oder gar getanzt werden.
Die U30 (es waren nur knapp 10) hat die Flucht ergriffen, sich draußen ums lodernde Feuer geschart und unter dem sternenklaren Himmelszelt im Schatten der steilen Wände modernes Liedgut von sich gegeben, sprich  aus Neuseeland, Australien oder Schottland mitgebrachte Lieder auf Englisch gesungen.
Egal.
Auch am Feuer war es warm, es wurde gekuschelt und gemenschelt.
Singen ist schön. Es bringt uns zusammen und macht glücklich.
Und:
Wo man singt, da lasst Euch nieder, böse Menschen kennen keine Lieder
(zumindestens wenn sie die Texte, falls sie sie verstehen, nicht so ernst nehmen)

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Dienstag, 03. November 2009
Der frühe Vogel frißt den Wurm
Von inchsblog, 16:18

Wenn wir auf die Hütte fahren, also in die Sächsiche Schweiz, dann Freitag abends. Schließlich ist Wochenende und wer will da schon mitten in der Nacht aufstehen? Denn 10:00 Uhr gehts dort in der Regel los zum Klettern. Fährt man also Samstag früh, die Fahrt dauert immerhin 2 Stunden, Frühstücken will man auch noch, ja und es empfielt sich immer, schon gegen 9:30 Uhr dazusein... also kurz gesagt: Da heißt es 6:00 Uhr aufstehen - und das ist am Wochenende quasi mitten in der Nacht.
Aber diesmal ging es nicht anders. Claire hatte am Freitagabend noch Klavierunterricht und ich musste den Beamer holen. Wollte ich Samstagabend doch die Bilder unserer Schottlandreise zeigen.
Also quälten wir uns und saßen doch tatsächlich 7:30 Uhr im Inchpapamobil.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Freie Autobahnen! Was für ein Fahrvergnügen!
Und die Belohnung für Frühaufsteher?
Ein Dunst, gerade dicht genug, um die Felder und Orte wie in Watte verpackt erscheinen zu lassen und den Streifen am Horizont, wo sich Himmel und Erde treffen, zu verschlucken. Ein Dunst, gerade fein genug, um die Sonne hindurch zu lassen. Und eine Sonne, so stark, den Dunst zu durchdringen. Strohpyramiden, die in dieser Sonne golden strahlen. Tagebaubagger, die sich schwerfällig aus den Senken der Rückgewinnungsgebiete im Süden der Stadt erheben und ihre gigantischen stählernen Arme wie Fühler in die Sonne strecken. Windkraftparks, die für mich eine gewisse Ästhetik ausstrahlen, erheben sich anmutig aus dem Nichts und drehen sich gelassen im Wind.
Was für eine Landschaft.
Verlockend.
Unwirklich.
Verheißungsvoll.
Ich würde den Augenblick gern anhalten. Aber er ist flüchtig wie alle Augenblicke. Also öffne Deine Seele und genieße. Nimm die Schönheit in dir auf und bewahre sie an einem sicheren Ort.
Ich fahr in die Berge, um meine Seele baumeln zu lassen.
Nun baumelt sie hier.
Auf der Autobahn!!!
Gut, dass wir nicht gestern Abend gefahren sind.

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